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Let's talk about: Radl fahren

Drahtesel auf dem Vormarsch

Seit jeher bilden die Verkehrswege die Lebensadern des Landes. Neben dem Landschaftsbild prägen sie vor allem jene Menschen, die an ihnen entlang leben. Der Wandel, den der Verkehr immer schon mit sich brachte, lässt sich anhand der Geschichte der Familie Schlechtleitner nachzeichnen.

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Mit geduldiger, aber unnachgiebiger Kraft hat sich das Wasser über Jahrmillionen durch das Gestein der Alpen gefressen. In den dadurch entstandenen Tälern, entlang der Flüsse, verlaufen seit alters her die Wege und Straßen, denen eine zentrale Rolle bei der wirtschaftlichen und später auch touristischen Entwicklung Südtirols zukommen. Vor den Toren Bozens, dort wo das Eisacktal aus der engen Schlucht ausbricht und sich der Talkessel öffnet, lässt sich dies besonders gut beobachten. Am Ufer des Eisacks, zu Füßen des Berges und am Rande des Waldes, liegt hier der Ottenkeller, ein alter Bauernhof und zugleich Spiegelbild der verkehrstechnischen Entwicklung Südtirols.

Dort wo die Ottern wohnen

Seinen Namen verdankt der Ottenkeller den pelzigen kleinen Tierchen, die für ihre Schwimmkünste bekannt sind und sich im nahen Eisack besonders zahlreich tummelten – die Ottern, auch wenn bereits im Jahr 1922 das letzte dieser sympathischen Tiere an den Ufern gefangen wurde.
Das Gesicht der Landschaft änderte sich auch hier mit dem zunehmenden Verkehr. Die Eisenbahn dampfte bereits ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchs Tal. Mit dem Auto kamen in den 1960er Jahren die Touristen in Scharen ins Land. Zur Bahnlinie gesellten sich die Staatsstraße und die Autobahn auf der anderen Flussseite. Auf dem Ottenkeller ging derweil alles seinen gewohnten Gang. Bis zum Jahr 2005, als ein Teil der Wiesen des Hofes, auf denen seit Jahrhunderten Wein angebaut wurde, der neuen Gewerbezone von Kardaun weichen musste. Für die Besitzer des Ottenkellers, der Familie Schlechtleitner, war der Zeitpunkt gekommen, sich neu zu orientieren.

Die Zukunft liegt im Rad

Wohin diese Neuorientierung führen sollte war schnell klar – hin zum Verkehr, oder besser gesagt zu jenen, die er am Hof vorbeiführt – den Touristen. In einem ersten Schritt wurden fünf Doppelbettzimmer im alten Bauernhaus eingerichtet. Urlaub auf dem Bauernhof lautete die Devise. Damit aber nicht genug, ging man auch vollkommen neue Wege. Auch hierbei setzte man voll auf den Verkehr, dieses Mal jedoch auf eine Art des Reisens, die erst in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten populär geworden ist – den Fahrradtourismus. Eine weise Entscheidung, denn mittlerweile durchziehen zahlreiche Fahrradwege das ganze Land. Immer mehr Mensch schwingen sich auf den Drahtesel und erkunden Land und Leute auf zwei Rädern. Von Norden nach Süden, vom Brenner bis nach Bozen, verläuft beispielsweise der Radweg Eisacktal auf einer Länge von 100 Kilometern.
Entlang dieses Fahrradweges errichtete die Familie Schlechtleitner vor acht Jahren Südtirols erstes Radhotel. Ein Wagnis, das sich ausgezahlt hat: Für Radreisende bietet der Ottenkeller den idealen Anlaufpunkt bei ihren Ausflügen. Egal ob entspannen auf der Terrasse oder eine Stärkung mit traditionellen Südtiroler Gerichten oder mediterraner Küche – alles ist auf ein perfektes Bett und Bike Erlebnis ausgerichtet.
„Wir hatten zu Beginn keine praktische Erfahrung und mussten uns alles von Grund auf selbst erarbeiten und beibringen“, blickt Hannes Schlechtleitner heute zurück. Der 27-jährige bewirtschaftet zusammen mit seinen Eltern Peter und Marianne den Ottenkeller. Mittlerweile sind sie ein eingespieltes und routiniertes Team. Ganz aufgegeben hat Hannes das bäuerliche Leben jedoch nicht: Obwohl er im Radhotel alle Hände voll zu tun hat, ist er nach wie vor als Bauer in den Weinbergen unterwegs. Es gibt eben Dinge, die den Wandel überstehen. Auch im Radhotel am Ufer des Flusses, zu Füßen des Berges und am Rand des Waldes, dort wo die Ottern wohnten.

von Joachim S.


Nadia S.
Nadia S. | am 16.02.14 um 22:33
Wenn man, wia i, nt es Geld ht a nuies zu kafn sollet man uanfoch es olte auspockn und sel wieder fit mochn :) A guater Mechaniker konn zem Wunder wirken.. konn enk zem olle lai es "Bike and more" in Sinich empfehlen :) Hn volle guate Erfohrungen gmocht :)

In diesem Talk

Kuntersweg 21/A, 39050 Karneid, Ortsteil Kardaun
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