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Let's talk about: Südtirols Tattoo-Studios

Unter die Haut

Schon Ötzi, der älteste Südtiroler, trug Tattoos. Trotzdem waren Tätowierungen und ihre Träger in unseren Breitengraden lange Zeit mit einer Fülle von negativen Vorurteilen konfrontiert. Mittlerweile hat sich dies grundlegend geändert. Tattoos werden endlich als das angesehen, was sie letztendlich auch sind: Eine einzigartige Kunstform, die unter die Haut geht.

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Asozial seien jene, die ihren Körper mit bunter Farbe und Motiven schmücken, Verbrecher schlimmstenfalls, auf jeden Fall aber Leute, mit denen der brave Bürger besser keinen Umgang pflegen sollte - so und ähnlich waren die Träger von Tattoos lange Zeit in der westlichen Welt stigmatisiert. Und das obwohl Tätowierungen so alt sind wie die menschliche Kultur.

Vom Rand in die Mitte der Gesellschaft

Die Kunst des Tätowierens ist, davon geht die Forschung aus, auf der ganzen Welt bei zahlreichen Völkern unabhängig voneinander entstanden. In der gesamten Menschheitsgeschichte tauchen Tattoos immer wieder auf, egal ob auf Mumien im alten Ägypten, bei Völkern auf entlegenen Inselstaaten wie Samoa oder eben auch bei Ötzi. Zahlreiche Tätowierungen zieren dessen Körper an klassischen Stellen für die Akupunktur – ein Indiz dafür, dass sie wohl für therapeutische Zwecke bestimmt waren.
Nach Europa gelangten Tätowierungen, obwohl sie bis ins frühe Mittelalter hinein auch hier verbreitet waren, in der Neuzeit erst wieder durch die Seefahrer, die auf ihren Reisen über die sieben Weltmeere mit der Körperkunst der lokalen indigenen Bevölkerung in Berührung kamen. Unter die Haut gestochene nautische Motive wurden in der Folge zum Erkennungsmerkmal jener, die zur See fuhren. Mit der Zeit verbreiteten sich Tattoos in verschiedenen Gruppen, die meist abseits der Gesellschaft standen. Daher rühren auch die negativen Konnotationen, mit denen Menschen mit Tattoos lange Zeit konfrontiert waren. Obwohl auch immer wieder berühmte Persönlichkeiten oder gar gekrönte Häupter wie Kaiserin Sissi tätowiert waren, stieg die Akzeptanz für Tattoos in der Gesellschaft erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Allen voran in den verschiedenen Subkulturen wie den Rockabillys, Punks oder Hippies erfreute sich der bunte Körperschmuck einer großen Beliebtheit. Langsam, aber stetig, stieß die Tattoo-Kunst vom Rand in die Mitte der Gesellschaft vor und trat von dort ihren Siegeszug an – auch in Südtirol.

Der Wunsch nach Einzigartigkeit

Es reicht im Sommer ein kurzer Rundgang durch das lokale Lido, um zu erkennen, wie sehr Tattoos auch hierzulande verbreitet sind. Für Südtirol existieren keine seriösen Zahlen, doch gehen verschiedenen Schätzungen davon aus, dass in Westeuropa zwischen 10 und 20 Prozent der Menschen tätowiert sind. Bei den unter 30-jährigen nähert sich dieser Wert langsam der 50 Prozent Marke an. Land auf und Land ab pilgern Menschen in die zahlreichen Tattoostudios und kommen gezeichnet fürs Leben wieder heraus– in einem positiven Sinn.
Woher kommt aber diese Faszination für gestochene Motive, die für die Ewigkeit bestimmt sind? Der Wunsch nach Einzigartigkeit und der Ausdruck des eigenen Individualismus – so sehen es viele, mit denen man sich in den Tattoostudios unterhält. Der Wunsch, sich selbst auszudrücken, sagen wiederum andere. Zu zeigen, was man im Leben erlebt hat, Erinnerungen an wichtige Ereignisse in der Vergangenheit. Oder einfach nur Ästhetik. Körperschmuck. Die Motive sind so zahlreich wie ihre Träger und alle haben ihre Legitimation. In Erinnerung bleibt dann doch die Aussage eines von oben bis unten voll tätowierten jungen Mannes in einem Bozner Tattoostudio: „Meine Tattoos sind wie ein Bilderbuch, das erzählt wie ich zu dem wurde, der ich bin.“ Besteht aber nicht die Gefahr, dass Tattoos allzu schnell zum reinen Modeaccessoire verkommen, das man sich nach einigen Jahren, wenn es langweilig wird und nicht mehr gefällt, wieder entfernen lässt? Der junge Mann lächelt verschmitzt und verlässt mit den Worten „Die Mode ändert sich, aber Tattoos bleiben“ das Studio. Wahrscheinlich kommt schon bald ein neues Motiv für sein Bilderbuch dazu.

Hier geht es zu den Tattoo-Studios von Südtirol!

von Joachim S.


Johannes T.
Johannes T. | am 07.02.14 um 18:54
hehe :)
Nadia M.
Nadia M. | am 11.02.14 um 09:12
;-)
Li p.
Li p. | am 15.02.14 um 16:20
...kann passieren ^^
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